LKH Rottenmann

Interdisziplinäre Brustambulanz

Nicht jeder Brustkrebs ist gleich!

Da sich unter dem Oberbegriff „Brustkrebs“ eine Vielzahl verschiedener Tumorarten zusammenfassen lässt, muss die weitere Therapie der jeweiligen Erkrankung und dem Erkrankungsstadium individuell angepasst und geplant werden.

Therapieentscheidungen werden immer im Rahmen einer Teambesprechung, an der Ärzte verschiedener Fachrichtungen teilnehmen (sogenanntes „Tumorboard“), getroffen. Ziel dieser Tumorboards ist es, die jeweils bestmögliche Therapie für die jeweilige Krankheitssituation zu erarbeiten. Anschließend wird der Therapievorschlag ausführlich mit unseren Patientinnen besprochen und, wenn notwendig, noch adaptiert.

Ziel dieser weiterführenden (sogenannten „adjuvanten“) Therapien ist es, das Risiko eines Wiederauftretens der Brustkrebserkrankung zu vermindern. Grundsätzlich wird die Therapie so gewählt, dass eine möglichst hohe Wirkung mit zugleich möglichst geringen Nebenwirkungen zu erzielen ist.

Zur „adjuvanten“ oder begleitenden Therapie stehen uns beim Brustkrebs eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Verfügung.

Nach jeder brusterhaltender Operation ist die Bestrahlung der erkrankten Brust zur Vermeidung eines Wiederauftretens an der selben Stelle vorgesehen. Die Strahlentherapie wird steiermarkweit am Strahlentherapiezentrum des LKH Graz durchgeführt.

Chemotherapeutika haben die Eigenschaft, besonders schnell wachsende Zellen an deren Teilung zu hindern und so ein Absterben der Zellen herbeizurufen. Da sich Tumorzellen in der Regel sehr rasch teilen, sterben unter Chemotherapie vor allem diese ab. Weil sich Chemotherapeutika nicht gegen Tumorzellen im Speziellen richten, sind Nebenwirkungen zwar zumeist unvermeidbar, können aber mit moderner Begleitmedikation fast immer gut kontrolliert werden.

Nicht alle Patientinnen, die an Brustkrebs erkrankt sind, benötigen eine Chemotherapie. Sie ist aber in einigen Situationen (z.B. fehlender Hormonrezeptor, Lymphknotenbeteiligung) notwendig.

In Einzelfällen wird eine Chemotherapie auch vor der Operation durchgeführt, um eine Verkleinerung eines (großen) Tumors zu erzielen, damit eine brusterhaltende Operation möglich wird.

In der Regel werden alle notwendigen Chemotherapien am LKH Rottenmann durchgeführt!

Einige Brusttumoren (ca. 20%) haben an der Oberfläche sogenannte Her2-Rezeptoren. Diese können mit einem Antikörperwirkstoff  gezielt blockiert werden, sodass das Wachstum dieser Zellen gehemmt und die Tumorelle für das körpereigene Immunsystem angreifbar wird.

Die Antikörper-Therapie ist eine relativ nebenwirkungsarme Infusionstherapie, die in der Regel alle 3 Wochen ambulant durchgeführt wird.

In ca. 70% der Fälle zeigt der Tumor an der Oberfläche sogenannte Hormonrezeptoren - das sind Andockstellen für weibliche Geschlechts-hormone (Östrogen, Progesteron). Bei diesen „hormonrezeptor-positiven“ Tumoren wird die äußerst wirkungsvolle Hormontherapie (eigentlich endokrine oder antihormonelle Therapie) eingesetzt. In der Regel handelt es sich hierbei um Medikamente in Tablettenform, die über mehrere Jahre hinweg eingenommen werden sollen. Welches Medikament im Einzelfall zur Anwendung kommt, hängt von der individuellen Situation der Patientin ab.

Strahlentherapie

Antikörpertherapie

Chemotherapie

Antihormonelle Therapie

Individuelle Therapie